Pixelstich im Mode-Mekka

Eigenständig. Innovativ. Anders. Ansprüche, die erfolgreiche Projekte mit sich bringen. Und deshalb heißt es Wiesbaden goes Berlin – zur Berlin Fashion Week 2014.

Panorama_1Die Studenten der Hochschule Rhein Main haben sich viel vorgenommen: sich einen Einblick in die Modewelt verschaffen und die eigenen Projekte auf Alltagstauglichkeit prüfen.

„Entwicklung einer fiktiven Modemarke“ – das Seminar von Professor Rüdiger Pichler hatte die Gruppe Ende 2013 bereits nach Hamburg geführt – wo sie Modefotograf Thomas Kettner kennen lernten und einen ersten Blick hinter die Kulissen warfen.

Bright_2Im Berliner Mode-Mekka angekommen heißt es dann: auf ins Getümmel der Ideen von morgen. Die Suche nach Inspirationen für das eigene Projekt soll das Motto sein. Immer im Hinterkopf: Die Modewelt mit Glanz und Glamour verspricht das große Geld – doch für viele bleibt es doch nur ein Traum.

„Ich möchte den Studenten die Möglichkeit geben, ins reale Business hinein zu blicken“, sagt Rüdiger Pichler im Interview mit Netzreporterin Sabrina Röbbel, „auch wenn ich weiß, dass es manchmal eine schmerzhafte Einsicht sein kann.“ Denn für die Umsetzungen von große Produktionen mangele es oft vor allem an einem: Geld.

Kommerz im Vordergrund

Die Studenten sind mittlerweile auf der Panorama Messe angekommen. Hohe Erwartungen haben sie mitgebracht. Doch die riesige Halle, in der sich ein Stand dicht an den nächsten drängt, schreit vor allem eins: Kommerz.

Baptist-BAm Stand von Baptist B – einem jungen Label der Marke „Bieber Fashion“, die es seit 1908 gibt – kommen die Studenten mit den Ausstellern ins Gespräch. Sie erfahren: Simon Bieber, der Sohn der Mode-Familie, und sein Geschäftspartner und Freund Dominik Zimmermann versuchen sich mit ihrer zweiten Kollektion von Baptist B einen Namen in der Branche zu machen.

„Ohne die Familie von Simon Bieber wäre das alles nicht so einfach möglich gewesen“, sagt Zimmermann. „Wir haben dieses Projekt erst seit etwa einem Jahr so aufgezogen und sind sehr dankbar, dass wir diese Möglichkeiten haben.“ Doch egal, welche finanziellen Voraussetzungen man habe, dürfe man die Euphorie und Motivation niemals verlieren, fügt er hinzu.

Bright_3Ohne Schnickschnack

Nach dem Trubel der Panorama Messe ist die Location der Bright ein gelungenes Kotrastprogramm. Das abgeranzte Warenhaus Jandorf in Berlin Mitte bietet kaum ein passenderes Ambiente für Streetwear-Kleidung. Abseits der großen Schauen steht die Mode ohne großen Schnickschnack an den Ständen im Mittelpunkt.

Doch Opulenz zeigt sich dennoch: Das riesige Plakat am Treppenaufgang der Halle ist ganz im Sinne des Nostalgie-Gedankens der heutigen Zeit gestaltet. Dieser neu interpretierte Vintage-Look ist es, der sich allgegenwärtig, auch in der Kleidung widerspiegelt.

Bright_6Konträr dazu zeigen sich einige Kleidungsstücke von ihrer provokanten Seite: Groteske Fotoaufdrucke, die Männer mit Masken und Goldzähnen zeigen. Ein klares Statement?

Statements per Post

Eigene Statements können die Studenten am Stand von MAKIA loswerden. Die finnische Firma – die passend zum skandinavischen Klima dicke, farbenfrohe Jacken vertreibt – stellt an ihrem Stand Postkarten aus. Diese können die Besucher beschreiben und auf Kosten der Veranstalter verschicken. Das gefällt, bringt die Studenten aber auch zu einer Erkenntnis.

Es ist nicht mehr nur die Marke selbst, auf die es ankommt. Es ist vor allem das transportierte Gefühl, was eine Marke interessant macht. Öffentliche Auftritte verleihen einer Marke diesen besonderen Charakter. Wie passend, dass die angehenden Kommunikationsdesigner genau hier ihre Stärke sehen. Was sie daraus machen, wird sich zeigen.

Bericht von Netzreporterin Sabrina Röbbel, Fotos von Netzreporterin Karolina Sobel

Die Studenten berichten in ihrem Blog Pixelstich von ihren Erlebnissen auf der Berlin Fashion Week.
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