Designtage 2012

Netzreporterin Melissa Klingelhöfer ging für euch durch die gesamte Ausstellung der Hochschule RheinMain am Tag der Eröffnung der Designtage 2012 und sammelte ihre Eindrücke:

Wie ein Promi über einen zwar nicht roten aber dafür blauen Teppich von draußen herein kommend, dann eine lange Treppe hinauf steigend, tritt man heute ein in die Welt des Kommunikationsdesigns der Hochschule Rhein Main. Die Stufen dieser Treppe sind mit den Namen heute selbstständiger Ehemaliger beschriftet und die Wände mit blauen und grünen Post-It´s beklebt, die an Computer-Pixellandschaften erinnern könnten. Im oberen Stockwerk des Glashauses unter den Eichen angekommen, präsentiert sich der Studiengang zur Eröffnung der Designtage von seiner besten Seite. Wer blau als seine Lieblingsfarbe schätzt, kommt beim Corporate der AAA (Access All Areas) voll auf seine Kosten. Doch der blau gefärbte Sekt, mit dem man empfangen wird, ist für einige dann doch sehr gewöhnungsbedürftig. Solche, die an diesem Morgen auf Alkohol verzichten wollten oder mussten, gingen leider leer aus. Wasser oder Saft gab es nur auf Nachfrage und nicht gratis. Läuft man von diesem Startpunkt nun den Gang entlang, findet man in jedem Raum interessante Arbeiten von Studenten aus Projekten und/oder Darstellerfächern einzelner Professoren. Der ein oder andere Besucher freut sich auch, sehr qualitative Bachelorarbeiten aus dem letzten Semester noch einmal sehen zu können. Manche andere Arbeiten hingegen waren schon sehr oft zu sehen. Denn nicht nur die Anzahl der gezeigten Arbeitsproben variiert in den einzelnen Räumen sehr stark, sondern auch das zeitliche Spektrum. Selbst aus 1993 konnte man Bücher oder Kurzfilme ansehen. Wo der eine Trendwenden sucht, ist ein anderer enttäuscht, nicht immer nur das neueste zu entdecken. Aber gehen wir jetzt endlich einmal rund.

Angefangen im Zeichensaal und Nebenraum von Herr Dr. Röhrl. Angenehm viel Luft bleibt hier, da nur wenige aber dafür gute Beispiele ausgestellt sind. Sehr erfreulich ist, die Arbeiten sind auch thematisch sortiert. Im Gang vor dem Raum befinden sich Acrylarbeiten aus dem letzten Semester, im Zeichensaal Illustrationsprojekte und Aktzeichnungen und im Nebenraum feine Tuschezeichnungen, die englische Geschichten illustrieren. Kennt man Herrn Röhrls Kurse, weiß man, dass auch von den Aquarellkursen sicherlich noch manche repräsentative Arbeitsproben zu finden gewesen wären. Aber auch das schon Gezeigte macht genügend Lust darauf, sich selbst die Feder, den Stift oder den Pinsel zu schnappen und mal eines dieser Angebote zu nutzen, vorausgesetzt man illustriert gern.

In einem Raum sind ausschließlich Plakate, schwebend von der Decke hängend und auf Tischen in kleinerer Version als Postkarten ausgestellt. Viele lustige und clevere Ideen sind hier vertreten, einige so skurril und auch mal zum Anbeißen lecker, dass man sie am liebsten mitnehmen würde. Seit vielen Jahren werden unter Leitung von Frau Dr. Freitag-Schubert, Prof. Krisztian und Prof. Wagner Begrüßungsplakate für das jeweilige Gastland der Frankfurter Buchmesse entwickelt. Manches rein Typografisches, einige Tierbilder, Wortspiele, grafische und illustrative Lösungen für Indien, Türkei, Katalanien, China und Argentinien. Dazu kommen andere Plakatwettbewerbe, wie etwa für die deutsche Aids-Stiftung oder für das Studentenwerk.

Wer große Begeisterung für Markenauftritte und Corporate Design hegt, kommt in einem Raum voller Logos und ihren Anwendungsbeispielen, inklusive Beamerprojektion, voll auf seine Kosten. Hier gibt es viel zu entdecken, wenn man etwas Zeit und die Bereitschaft, genauer hinzusehen, mitbringt. So zum Beispiel das CD für eine Türkisch-Deutsche Universität oder auch ein satanischer Markenauftritt für eine Skateboardmarke des Bösen aus der letzten Bachelortruppe. Betreut werden diese Projekte von Prof. Wagner.

Was ist im Kommunikationsdesign die beste Möglichkeit, mehrere gestalterische Disziplinen zu verbinden? Foto, Illustration, Texte, Inhaltsaufbereitung, das Erschaffen von Atmosphäre, gute Kommunikation, Liebe zum Detail? Was duftet nach Papier, Druckerschwärze, macht sanfte Geräusche beim Blättern, lässt gemütliche Stunden noch ein bisschen wohliger werden? Natürlich: Bücher! Zwei ganze Räume voller Bücher, einer nur mit Abschlussarbeiten und Wettbewerbsprojekten, die zwischen Buchdeckel und Rücken ruhen, von Recyclingphaser bis samtweich cellophaniert. Und die Inhalte sind hier so vielfältig wie Format, Umfang, Bindung und Veredelung. Ein Buch widmet sich nur dem Thema der Frau und ist fotografisch ausgerichtet. Von einer Gruppe Studenten zusammengestellt, enthält es unter anderem dokumentarische s/w-Portraitbilder von behinderten Frauen, sehr ästhetische Aktdetailaufnahmen mit geringer Tiefenschärfe, mit Hilfe von Photoshop erschaffene Phantasiewelten, das ganze eingebunden in schwarze Spitze. Gut durchdacht im Layout und mit schöner Verbindung von Fotografie und Illustration ist ein deutsch-türkisches Kochbuch. Sehens- und mit Sicherheit auch lesenswert ist das Buch Gringografico: Von und über zwei Designer, die sich wie früher nur Handwerker auf die Walz begeben haben. Quer durch die Welt von Nordamerika ausgehend, von Agentur zu Agentur pilgernd bis zum letzten Ort in Peru. Ihre Design-Walz dokumentierten die beiden mit Fotos, Skizzen, Arbeitsproben, Erlebnissen, Erkenntnissen in diesem Buch. So können wir diese Reise noch einmal miterleben, oder uns mit diesem Buch in der gelben Tasche, in dem es verkauft wird, selbst auf die Walz begeben. Optisch mehr als ansprechend, gut gegliedert – klar Designer – bekommt man auf jeden Fall Lust darauf. In Comicmanier, zweifarbig blau-schwarz gedruckt, kommt ein Buch daher, das Designbüros und ihre Gründer sympathisch darstellen und durchleuchten möchte. Eine klasse Idee nach der anderen also und man wünscht sich glatt eine Onlineplattform der Hochschule, auf der man all diese Arbeiten noch einmal durchstöbern könnte. Ein solches Studiengang-Portfolio wäre tatsächlich ein absoluter Gewinn für diesen Studiengang, ist es doch schade, wenn die ganze Mühe am Ende nur von Professoren, Freunden und Kommilitonen gewürdigt werden kann. Man munkelt, dass tatsächlich daran gearbeitet wird.

Was befindet sich wohl in dem Raum voller Pulte, auf denen nichts als iMacs und Mäuse einen Platz finden? Höchstwahrscheinlich die interaktiven Medien, die von Prof. Waldschütz betreut werden. Kreativität trifft Technikbegeisterung und dabei entstehen unglaublich moderne Arbeiten. Ein interaktiver Auftritt für eine Musikgruppe etwa, bei der Instrumente für virtuelle Musiker einer Band ausgewählt oder stumm geschaltet werden können – „Abby“ von Phillipp Tietze. Ein klasse Online-Spielzeug für jeden musikalischen Internetauftritt mit etlichen Variationsmöglichkeiten. Das Ipad-Magazin von Joscha Ilge „Vorweg“ zum Thema Zukunftsprognosen ist eine weitere Arbeit und war auch schon auf der letzten Bachelorausstellung zu sehen. Auf Joschas Ipad treffen wir ganz interaktiv Prof. Böhler wieder, der sich vervielfacht, wenn wir auf seinem Bild unsere Finger nach oben bewegen. Ebenfalls dem großen Thema der Nachhaltigkeit gewidmet, ist „Greenagree“ von Anastasia Lyutikova – ein Projekt für eine nachhaltige Konsummesse. Für alle Designstudenten interessant ist das Projekt Junior Adc.de, das hoffentlich bald online geht, von Christian Urbanski und Peer Wierzbitzki. Gloria Kison – von uns Netzreportern – konnte die beiden schon letztes Jahr zu dieser Arbeit interviewen. Es geht um eine ganz neue Plattform, auf der sich alle Studis der Designstudiengänge präsentieren und hochschulübergreifend austauschen können! Völlig abstrakte generative Gestaltung bietet Jochen Wichmann und eigentlich versteht keiner, was da wirklich passiert. Zur aktuellen Fluxusausstellung in Wiesbaden gibt es eine recht schicke „Fluxmap“ von Gerald Abram, Constantin Freche und Tobias Heinemann.

Ein Raum ist nur von einer einzigen Arbeit gefüllt aus einem zweisemestrigen Projekt, das sich noch bis in dieses Semester erstreckt, betreut von Prof. Pichler. Die Konzeption und den Entwurf einer neuen Modemarke begonnen mit der Analyse bestehender Marken hin zur strategischen Positionierung einer eigenen. Am Ende steht der Name, das Logo, das CD, Shopdesign, Fashionshow, Präsentation und was sonst noch beliebt. Die Arbeit, die einen ganzen Raum für sich bekommt, ist eine exklusive Hutmodemarke namens Huren & Söhne. Wie in einer Kunstinstallation mit abgehangenen Fenstern, gedimmtem Kunstlicht und auf Bildhauersockeln drapiert, finden die Besucher bei loungiger Trip-Hop-Musik genau 5 Hüte als Einzelexemplar, punktiert beleuchtet. Und nochmal 5 Hüte auf große hängende Transparente gedruckt. Viel größer als das Original und jeder Hut hat einen eigenen Namen, Namen, die sonst bei Stripperinnen gängig sein sollen, warum? Dazu gleich. Außerdem in dem Raum, ein Lookbook und die Macher. Sie konnten zu ihrem hochgelobten Markenentwurf einiges erzählen. Das Logo ähnlich einem Widderkopf, mit nicht ganz unbeabsichtigt seltsamen Gesicht, ist eine Ableitung des Dämon Inkubus, der in vergangenen streng christlichen Zeiten, gläubigen Frauen ganz heimtückisch feuchte Träume beschwert haben soll. Man sieht schon, dass der Name Programm ist, und besonders sieht man das, wenn man unter die Hüte schaut. Ja, wie die Erfinder schon selbst sagen, sie wollen den Hut raus aus seiner muffigen Ecke holen, in der er modisch gesehen fest steckt. Diese Hüte sind für einen Gentlemenclub gedacht, die Zielgruppe definiere sich über die Einstellung wird mir gesagt. Ein kleines Geheimnis des Trägers, nämlich das Wissen, was sich im Hut versteckt, soll dafür sorgen, dass man nicht nur den Hut trägt, sondern auch ein kribbelndes Gefühl verspürt. So das Versprechen und die Geschichte für die Verkaufsstrategie. Was da kribbelt? Naja, im Hut Kimberly befindet sich wohl Kimberly, und in Trisha auch eine Trisha. Nämlich ein in Reizwäsche posierendes Abbild dieser einen Dame ins innere des Hutes hinein gedruckt. Das wissen nur die Träger und die, denen die Marke geläufig ist. Das Storekonzept ist ganz passend dazu: An ein Bordell angelehnt wird von maskierten Frauen verkauft und die Männer erhalten statt ihr am Ende den Hut. Wo Spaß-Kravatten, die man umdrehen muss, um eine nackte posierende Dame darin zu entdecken, in windigen Situationen schnell mal peinlich werden, ist die Abbildung der Frauen in diesen Hüten weniger pornografisch sondern künstlerisch ansprechend und fast illustratorisch. Nicht peinlich, sondern ästhetisch, das könnte schnell zu einem netten Kontakt führen, fällt der Hut denn mal herunter. Es soll zwei Kollektionen geben, eine von der Stange mit weniger exklusiven Materialien und eine sehr hochwertige Kollektion mit aufwändigerer Herstellung. Billig werden beide nicht, aber das wäre sowieso nicht gewünscht. Allein die Herstellung kostet schon etwa 500-700 Euro pro Hut. Designhonorar, Storemiete, Mitarbeiterlohn, etc. kommt da noch drauf. Aber die Träger wollen sich differenzieren und zwar so dezent, dass nur sie selbst es wissen. Das lassen sie sich bestimmt gerne etwas kosten, sind die Hüte insgesamt nicht nur clever sondern auch von außen sehr elegant. Nächstes Jahr wird diese Arbeit beim ADC eingereicht, dieses Jahr war die Frist noch zu knapp. Sollte es aber mit dem Kommunikationsdesign doch klappen, kann die gesamte Projektgruppe im Produkt- oder Modedesign noch ordentlich Karriere machen. Ausstellungsdesign eigentlich auch, denn die Besucher lassen sich von der Groß-Inszenierung der Huren & Söhne besonders imponieren. Wen man auch fragt, bleiben immer diese Hüte in Erinnerung. Name und Auftreten kommunizieren also mindestens genauso stark wie das Produkt selbst.
Die anderen Studentengruppen aus diesem Projekt mussten leider für diese Einzelinszenierung mit ihren eigenen Arbeiten in den Flur ausweichen. Dort gehen ihre starken Markenideen etwas unter. Aus einem dunklen kleinen Raum lugt ein großer Bildschirm, auf dem zwei Videos von Marken zu sehen sind – sexy, frech, anrüchig und sinnlich und mit tanzbarer Elektro-Musik unterlegt. Zu den Marken hängen im Flur sehr coole Fotoplakate, geziert mit Sprüchen wie etwa „waste your youth“ und netten Giveaways beispielsweise in Form von Pseudodrogen. Die Markenidee „raureif“ punktet mit straighter Typo und moderner Geometrie, auf den zugehörigen Bildern mischt sich feminin mit androgyn und Starre mit Dynamik.

Außerdem im Flur zu sehen, sind stark vergrößerte Zeitungsartikel über ehemalige Studenten, was durch die Druckpunkte seinen eigenen optischen Charme gewinnt. Eine Verschmelzung von Stanislaw Chomickis Lochkamera-Fotografien mit poetischen Texten von Gregor Krisztian liegt im Flur in Form eines großformatigen Buches aus. Des weiteren hängen gerahmte Plakate des CD der AAA selbst.
Aber auch ein kleines Spektakel ist zeitweise im Flur zu Gange: ein facebook-kritisches Happening kann man sagen. Karten mit religiös anmutendem Motiv werden verteilt und auf der Rückseite kreuzt man dann an, ob man bei Facebook angemeldet ist und was man dort alles NICHT preisgibt. Je nach Schwere des Vergehens wird man neben die studentischen Vollstrecker in weißen Kutten in den Pranger gesteckt. Der Pranger ganz in blau versteht sich. Was das Verbrechen ist? Nicht auf Facebook zu sein, oder sich, falls doch angemeldet, nicht weit genug offenbaren zu wollen. Eine Lehre soll uns das sein, und das Vollzugsfoto postet man dann am besten auf seine Pinnwand – ähm sorry, in seine Chronik.

Ein Stockwerk weiter unten präsentieren sich die Innenarchitekten mit insgesamt zwar sehr wenigen, aber dafür mit einer umso stärker herausragenden Arbeit: Ein riesiger Kronleuchter von Heiko Maier-Jantzen,  der sich nicht nur durch Größe und Leuchtkraft abhebt, sondern besonders durch sein Material. Dieser ca. 2,30 m hohe Kronleuchter ist nicht etwa aus gewöhnlichem Kristallglas! Im Seminar „experimentelles Gestalten“ unter der Leitung von Prof. Kiefer steckte der Student mit Unterstützung seiner Kommilitonen1028 transparente Kleiderbügel zusammen, bis dieses beeindruckende Lichtobjekt zu tage trat. Der glückliche Macher dieses Werkes zwischen Kunst und Design fand schon während der Arbeit Sponsoren, um sie fertig zu stellen. Seit Ende des Sommersemesters 2011 ist diese ganz besondere Lampe immer wieder unterwegs, zum Beispiel auf der Möbelmesse in Köln. Ungeachtet der Tatsache, dass man für die Verlagerung in einen LKW ungefähr zwei Tage benötigt. Obwohl diese Arbeit für helles Licht sorgt, stellt sie die anderen filigranen Modelle der Innenarchitekturstudenten in den Schatten. Organische Formen, die an Windspuren in der Wüste erinnern, stellen sich als Gebäudeentwürfe heraus, und winzige weiße Menschenfiguren befinden sich ganz allein in den großen Weiten von kleinteiligen und verästelten Miniaturgebäuden. In das Nebengebäude am Mediencampus verfrachtet, wäre das nicht mehr nur ein einfacher Modellentwurf, sondern könnte Bühne und Schauplatz für einen fantasievollen Stopmotion-Film werden. Aber da kommen wir noch hin.

Mehr Mode gibt es übrigens die andere lange Treppe hinunter, nämlich die ohne Post-Its (gegenüber) und stattdessen voller großer Farbfotoausdrucke aus den Kursen und Projekten von Prof. Bertrams an den Wänden. Folgt man dieser Treppe bis ganz nach unten in den Keller, befindet man sich in einem langen dunklen Gang und hat sich keinesfalls verlaufen. An beiden Seiten des Ganges entlang hängen unzählige Kleinformatfotos aus dem ersten und zweiten Semester. Die Bilder sind mal inszeniert, mal dokumentarisch, mal atmosphärisch oder verrückt, verspielt, und auch mal kritisch, bunt, s/w, grafisch und experimenierfreudig mit Lichtspielen oder Wasserspritzern. Die Arbeiten sind nur selten einzeln, in der Regel sieht der Betrachter Serien bestehend aus jeweils 3 Bildern. Das thematische Spektrum umfasst neben selbst gewählten freien Themen so zum Beispiel „Frauen im Wandel der Zeit“ auch vorgegebene Themen wie Bewegung, Produkt in neuem Kontext, u. a. Interessant sind die verschiedenen Herangehensweisen, denn jeder Student sieht die Welt anders und tut das eben auch durch die Kameralinse. Betrachtet man die Ergebnisse, scheint das Thema Reportage den allermeisten besonders zugesagt zu haben. Menschen im Bus, und Kinder eingefangen mitten im Geschehen. Eine andere Reportageserie zeigt uns hautnah den grausamen Schlachtalltag, in dem tagtäglich abertausende Schweine ihr qualvolles Ende finden. Ins Zentrum gerückt ist hier nicht der Mensch an der Arbeit, sondern das blutende Schwein, sowohl lebend als auch tot. Betrachterposition abgebildet. Kurz zuvor in Betrachterposition zu einem Artgenossen, als auch kurz danach. Diese Augenhöhe lässt manchen zumindest kurzweilig über sein Mittagessen nachdenken. Eine weitere Reportageserie ist zugleich stockdunkel als auch unglaublich farbenfroh. Denn wir können durch diese Bilder teilhaben an der Aktion „Wiesbaden knäult“ bei der Wiesbadener Strick- und Häkelliesen nach Berliner Vorbild Teile der Stadt in Wolle hüllten.
Irgendwann links rein im Gang gerät man mitten ins Geschehen – ins Fotostudio. Hier kann man sich, umgeben von der Kulisse der voll aufgebauten Technik, von studentischen Bereitschaftsfotografen aus Prof. Bertrams Mannschaft ablichten lassen. Direkt auf den Bildschirm übertragen sieht man sogleich das Ergebnis. Wir Netzreporter haben das direkt mal getestet!
(Foto folgt)

Findet man vom Keller wieder heraus ans Tageslicht kann man noch einen letzten Abstecher ins Nebengebäude unternehmen. Vorausgesetzt man weiß überhaupt, dass dort die CAD-Studios, Film und Animation ansässig sind. Denn leider weist kein Schild dorthin, kein Programm unterrichtet darüber und wahrscheinlich ist dort deshalb so wenig los heute. Aber sitzt man erst einmal drin, merkt man, dass das vielleicht gar nicht so schlimm ist. Denn von den 2D- und 3D-Animationsfilmen werden fast ausschließlich sehr alte gezeigt, z.B. von 1995, die auch in ihrer Qualität nicht sonderlich überzeugen. Wir Studenten wissen alle, dass die Zeitnot gerade bei dieser komplexen Technik der Hauptgrund ist in der Ausführung, Abstriche machen zu müssen. Aber eines haut einen dann doch noch vom Hocker, vorausgesetzt man kennt das Video immernoch nicht: „Mr. Schwartz, Mr. Hazen & Mr. Horlocker“ von Stefan Müller. Immerhin war der Film 2005 schon auf dem 1. Platz des Exground Filmfestes in Wiesbaden. Die Leitung der gezeigten Arbeiten lag in der Hand von Prof. Schubert. Es muss doch mehr neue lustige, spannende und zeigenswerte Arbeiten geben?

Als ich dort ankomme, ist der Raum leider schon zu. Aber eine Liste der Arbeiten verrät mir dann doch, welche Filme aus den Filmprojekten unter der Leitung von Prof. Klein, vorgeführt wurden. So zum Beispiel „Fischlöwen“ von Gerald Abram, Nora Kerscher, Valentina Faber. 14 Minuten geht dieser Film und ist im letzten Semester entstanden. Und der stilistisch, technisch und dramaturgisch umwerfende Film „Elefanten im Kaninchenbau“ (20 min) von Anil Cakau, Claudio Como, Michael Mladek war wohl auch zu sehen! Ich würde ihn zwar jetzt gern beschreiben, aber dann würde ich zuviel vorweg nehmen. Diesen Kurzfilm sollte man auf sich wirken lassen, begeistert sein und dann den Titel verstehen. Zum Nachsehen auf Vimeo hier noch die 3 weiteren auf der Liste: „Blut“ (8 min) von Annika Beer, Viktor Cenau; „Spieglein, Spieglein“ (16 min) von Alessia Mandanici, Felix Zimmermann; „Wollust“ (4 min) von  Michael Zellmer und Timm Wagenknecht.

Diese Ausstellung ist wirklich die kürzeste, die es gibt: von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Ich hoffe, ich konnte für alle, die das nicht mehr geschafft haben, einen gewissen Einblick geben und die, die da wollen, können bestimmt jederzeit mal vorbeischaun oder dann beim nächsten Mal hereinschnein, wenn es heißt „Access All Areas“ und die Designtage offiziell Unter den Eichen wieder eröffnet werden!

Bis dahin viel Erfolg und bleibt mir alle schön kreativ!

 

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